Immobilienpreisspiegel: welche Quellen es gibt und was sie messen

Von Preisspiegel.eu-Redaktion · veröffentlicht 2026-08-30 · aktualisiert 2026-08-30

Wer „Immobilienpreisspiegel Österreich” sucht, findet mehrere Angebote nebeneinander — mit teils deutlich unterschiedlichen Zahlen für dieselbe Region. Der Grund dafür liegt nicht in schlechter Statistik, sondern darin, was jede Quelle tatsächlich misst.

Statistik Austria: tatsächlich bezahlte Kaufpreise

Die Immobiliendurchschnittspreise der Statistik Austria — die Datengrundlage dieser gesamten Website — beruhen auf den im Grundbuch eingetragenen Kaufverträgen. Jeder entgeltliche Grundstückserwerb muss dort erfasst werden, weil daran die Grunderwerbsteuer und die Grundbucheintragungsgebühr anknüpfen. Das ist die einzige Quelle in Österreich, die

vorliegt. Details zur Methodik im Artikel „Wie entstehen die Immobilien-Durchschnittspreise?“.

Kommerzielle Portale und Banken: in der Regel Angebotspreise

Immobilienportale und manche Bankinstitute veröffentlichen eigene Preisspiegel, die überwiegend auf Inseratsdaten beruhen — also auf den Preisen, zu denen Objekte angeboten werden, nicht auf den Preisen, zu denen sie letztlich verkauft werden. Strukturell liegt der Angebotspreis systematisch über dem tatsächlichen Transaktionspreis, weil Verhandlungsspielraum eingepreist ist und nicht verkaufte bzw. zurückgezogene Inserate nicht automatisch aus der Statistik herausfallen. Wie stark diese Differenz im Einzelfall ausfällt, hängt vom Anbieter und der jeweiligen Methodik ab und lässt sich ohne Zugriff auf die konkrete Kalkulationsgrundlage des jeweiligen Anbieters nicht seriös beziffern.

Warum die Zahlen trotzdem nicht „falsch” sind

Ein Angebotspreis-Index beantwortet eine andere Frage als ein Transaktionspreis-Index: Er zeigt, wie Verkäufer den Markt aktuell einschätzen, nicht, was tatsächlich bezahlt wurde. Für eine grobe, aktuelle Markteinschätzung kann das nützlich sein — für die Bemessung von Steuern, Gebühren oder langfristigen Vergleichen ist die transaktionsbasierte Statistik-Austria-Zahl die belastbarere Grundlage. Das Bundesministerium für Finanzen erkennt sie deshalb auch ausdrücklich als Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer an (siehe „Immobilienpreisspiegel als Bemessungsgrundlage“).

Auf einen Blick

Merkmal Statistik Austria Typischer Portal-Preisspiegel
Grundlage Tatsächlicher Kaufpreis (Grundbuch) Angebotspreis (Inserat)
Abdeckung Alle 2 092 Gemeinden Abhängig vom Anbieter, oft nur Ballungsräume
Kosten Kostenlos, offene Daten Meist kostenlos einsehbar, Methodik oft nicht offengelegt
Aktualität Bis zu 5 Jahre gleitendes Fenster In der Regel aktueller, aber ohne Transaktionsbestätigung
Als Steuerbemessungsgrundlage anerkannt Ja (BMF) Nein

Datenquelle: Statistik Austria – data.statistik.gv.at (CC BY 4.0).

Quellen